20
Mai
2026
Ansehen
Rekrutierung von Kindern durch die organisierte Kriminalität (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, in immer mehr Mitgliedstaaten werden Kinder für alle Arten schwerer krimineller, auch grenzüberschreitender Tätigkeiten eingestellt. Im Dezember 2024 wurde ein weiterer niederländischer Drogendealer in Spanien von einem belgischen Teenager im Namen einer kriminellen Vereinigung liquidiert. Für die organisierte Kriminalität ist es attraktiv, Minderjährige zu rekrutieren, weil sie eine mildere Strafe erhalten oder in einigen Fällen gar nicht bestraft werden. Kriminelle Organisationen behandeln Kinder als Einwegartikel: billig, austauschbar und rechtlich attraktiv. Die verhängten Sanktionen sind von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich. Die organisierte Kriminalität nutzt dies – oder vielmehr: Missbrauch. Prävention allein reicht nicht aus. Wer Minderjährige zum organisierten Verbrechen begeht, muss hart angegangen werden. Minderjährige, die wiederholt an organisierter Kriminalität beteiligt sind, müssen jedoch auch hart angegangen werden, und in einigen Fällen auch ihre Eltern. Es obliegt den Mitgliedstaaten, bestimmte Handlungen unter Strafe zu stellen, was leider noch nicht überall der Fall ist, wenn es um Minderjährige geht. Dies ist dank der europäischen Zusammenarbeit möglich. Europol spielt dabei eine wichtige Rolle.