18
Jun
2025
Ansehen
Stromnetze als Rückgrat des Energiesystems der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, die Energiepreise in Europa sind im Vergleich zu unseren globalen Wettbewerbern nach wie vor besonders hoch, aber es gibt auch erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten selbst. Vor allem in Griechenland und Südosteuropa sind die Energiekosten nach wie vor noch höher und betreffen Bürger und Unternehmen unverhältnismäßig stark. Diese soziale und wirtschaftliche Kluft kann nicht fortbestehen. Wir brauchen gezielte Maßnahmen, um die Preise zu senken und das Gleichgewicht und den Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten wiederherzustellen. Im Januar 2025 schlug der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis die Einrichtung einer Task Force vor, um die Energiepolitik besser zu koordinieren und die Energieunion zu beschleunigen. Wir begrüßen seine Empfehlung vom 16. Juni. Die Modernisierung und Interkonnektivität der Netze ist der Schlüssel zu diesen Bemühungen. Der Netzaktionsplan geht in die richtige Richtung, aber die Herausforderung besteht nun in seiner raschen und kohärenten Umsetzung. Bereits auf dem Gipfeltreffen im März 2023 legte Griechenland konkrete Vorschläge zur Vernetzung, zur Beschleunigung der Lizenzvergabe und zur Schaffung eines einheitlichen Europäischen Netzfonds vor. Die Kommission schätzt, dass bis 2030 584 Mrd. EUR für Übertragungs- und Verteilungsnetze benötigt werden. Die heutigen Mittel reichen nicht aus. Sie müssen gestärkt und private Investitionen mobilisiert werden. Die Netzstrategie ist nicht technisch, sondern energie-, industrie-, sozial- und geopolitisch und muss zu einer politischen Priorität an vorderster Front werden.