20
Mai
2026
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Fortschritte in Richtung Pflege- und Betreuungsgesellschaft: Überwindung des geschlechtsspezifischen Gefälles bei Betreuungs- und Pflegeaufgaben (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, solange die Gesellschaft auf prekärer oder unsichtbarer Arbeit von Frauen beruht, wird es keine echte Gleichstellung geben. 78 % der Pflegekräfte sind Pflegekräfte, und je prekärer der Arbeitsplatz, desto zahlreicher sind sie. Diese Berufe sind hart, manchmal verachtet. Sie sind es auch heute noch, die unsere Gesellschaften aufrecht erhalten. Für viele Frauen bedeutet Pflegearbeit auch Arbeit nach: Am Ende des Arbeitstages gibt es kostenlose Arbeit. In der Europäischen Union beschreibe ich das Leben von mehr als 32 Millionen Frauen. 32 Millionen Frauen arbeiten ohne Lohn oder Anerkennung, durchschnittlich 17 Stunden pro Woche. Erkennen Sie es. Sie kürzen ihre Arbeitszeit, geben ihre Karriere, ihre Freizeit auf oder verlassen den Arbeitsplatz vollständig, um sich um andere zu kümmern. Pflege ist keine natürliche Pflicht: Kochen, putzen oder Wunden binden. Einige glauben hier, dass dies die Natur von Frauen ist. Aber hören Sie auf, uns nach Hause zu schicken. Die Unterwerfung der Frauen ist eine patriarchalische und ultraliberale Konstruktion. Einige finden ihr Konto rechts von diesem Plenarsaal. Im Namen der Sozialistischen Fraktion möchte ich ganz klar sagen: Gleichstellung ist für uns eine politische Priorität. Es handelt sich nicht um eine Angelegenheit weiblicher Natur, die es im Übrigen nicht gibt, sondern um eine Frage der Gerechtigkeit. "Man wird nicht unterwürfig geboren, man wird es", hätte die Philosophin sagen können. Aber wir kämpfen, um diese Ketten zu brechen. Wir wollen eine echte europäische Strategie für Pflege und Betreuung: massive öffentliche Investitionen, Lohngleichheit und Anerkennung der Arbeit aller. Was hat die extreme Rechte getan? Unter dem Deckmantel der nationalen Priorität und der Pflicht der Familie will sie Frauen auf Opfer und Unsichtbarkeit verweisen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bis 2050 werden fast 30 % der Europäerinnen und Europäer über 65 Jahre alt sein. Bis dahin wird ein Viertel der Erwerbstätigen Pflegekräfte sein. Werden sie würdige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder Bürger im Schatten sein? Das entscheidet sich hier. Ich hoffe, dass unsere künftige Arbeit die Ambitionen verkörpern wird, die die Frauen in Europa verdienen.