19
Mai
2026
Ansehen
Cybersicherheit und Abwehrbereitschaft der EU angesichts fortgeschrittener KI-Systeme (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, liebe Kollegen, die erste und vielleicht größte Herausforderung für die europäische Cybersicherheit besteht darin, dass Europa bei der Entwicklung fortschrittlicher KI-Technologien hinter den Vereinigten Staaten und China zurückbleibt. Im vergangenen Jahr wurden 5.000 große Cyber-Vorfälle in ganz Europa registriert, und hinter dieser Aktivität stehen normalerweise Russland und China. Das ist nicht nur eine technologische Herausforderung, sondern auch Sicherheit und Verteidigung. Litauen und andere Länder an der Ostgrenze haben seit Jahren Cyberangriffe, Desinformation und hybride Operationen gegen unsere Institutionen und kritische Infrastrukturen erlebt. Allein in Litauen verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr fast 4 000 Cybervorfälle – ein Anstieg um 63 % gegenüber den Vorjahren, was mehr als 10 Cybervorfälle pro Tag entspricht. Jetzt machen fortschrittliche KI-Systeme diese Bedrohungen noch gefährlicher. Gleichzeitig ist Europa nach wie vor stark von nichteuropäischen KI-Technologien abhängig. Wir sind stark in der Regulierung, aber nicht in der Fähigkeit. Rechtsvorschriften wie das europäische Chip-Gesetz sollten Europa dabei helfen, seine eigenen KI-Kapazitäten zu stärken. Wir brauchen europäische Innovation, europäische Rechenkapazitäten und europäisches Fachwissen in den Bereichen Cybersicherheit und künstliche Intelligenz. Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, bestehende Technologien zu regulieren, sondern auch die Schaffung eigener Technologien zu fördern, um die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken.