12
Sep
2023
Ansehen
Notfallinstrument für den Binnenmarkt (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, die Lehren aus der COVID-19-Pandemie sind klar: Wir brauchen robuste Mechanismen, um eine konsistente Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten, insbesondere in Krisenzeiten. In diesem Zusammenhang hält es unsere Fraktion für sinnvoll, eine kohärente Plattform für den Informationsaustausch und die Koordinierung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten zu schaffen. Dies darf jedoch nicht zu einer übermäßigen Zentralisierung führen oder zu Rechtsunsicherheiten führen. Wie derzeit vorgeschlagen, schlägt das Binnenmarkt-Notfallinstrument IMERA die Skalen für eine übermäßige Zentralisierung der Macht in den Händen der Kommission vor. Spezifische Bestimmungen wie die zu vorrangigen Aufträgen, Zugang zu sensiblen Daten und Überholspuren geben Anlass zu berechtigten Bedenken. Insbesondere ist es von entscheidender Bedeutung, dass bei jedem Mechanismus die durch die Verträge garantierten rechtlichen Grenzen und Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten gewahrt werden. Unsere Gruppe ist auch der Ansicht, dass die geplanten strategischen Reserven das Risiko bergen, nationale Lösungen für strategische Reserven zu beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Zusammenarbeit, die natürlich unerlässlich ist, nicht zu Lasten einer ungebührlichen Kontrolle über die Unternehmen geht. Wirtschaftsakteure dazu zu zwingen, eine unverhältnismäßige Belastung zu tragen oder ihnen erhebliche finanzielle Sanktionen aufzuerlegen, steht nicht im Einklang mit unserer Vision eines wirksamen Krisenmanagements. Angesichts unserer Bedenken werden wir den derzeitigen Vorschlag bei der morgigen Abstimmung nicht unterstützen können.