Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (139)
Verschärfung der Demokratiekrise in Georgien (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, im vergangenen Jahr haben wir einen Rückgang der Demokratie in Georgien erlebt. Obwohl Georgien 2023 den Status eines Bewerberlandes für den EU-Beitritt erreicht hat, erlebt das Land derzeit leider Rückschritte auf seinem Weg zur europäischen Integration. Ein zentrales Anliegen ist die zunehmende Unterdrückung der freien Medien. Gestern konnten wir den Sacharow-Preis an Mzia Amaglobeli vergeben, eine georgische Journalistin, die im Januar 2025 inhaftiert war und weithin als erster politischer Gefangener Georgiens seit der Unabhängigkeit gilt. Dieser Fall fügt sich leider auch in ein Muster besorgniserregender Entwicklungen ein, wie die Untergrabung der Justiz, die Einschüchterung der Opposition und, wie bereits erwähnt, eine engere und engere Beziehung zu Russland. Die Bewertungen Georgiens in internationalen Demokratiebeobachtern sind stark zurückgegangen. Es ist nicht zu spät, würde ich sagen, für Georgien, um zu einem starken europäischen Weg zurückzukehren, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Die Regierung muss den europäischen Werten folgen, insbesondere der Rechtsstaatlichkeit und der Medienfreiheit, und wir müssen Menschenrechtsverteidiger und Aktivisten in Georgien unterstützen, die viel riskieren, um europäische Werte zu verteidigen.
Vorbereitung der Tagung des Europäischen Rates vom 18./19. Dezember 2025, insbesondere der notwendigen Unterstützung der Ukraine, der transatlantischen Beziehungen und der strategischen Autonomie der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese Woche ist eine entscheidende, und der Europäische Rat wird zeigen müssen, dass die Europäische Union entschlossen und fest an der Seite der Ukraine steht. Das ist ganz entscheidend. Der Ratsgipfel muss sich auf zentrale Punkte einigen. Die Mitgliedstaaten müssen sich auf eine fortgesetzte und verlässliche finanzielle Unterstützung für die Ukraine einigen. Nur starke westliche Sicherheitsgarantien gewährleisten auch in Zukunft die Souveränität und Unabhängigkeit dieses großen europäischen Landes. Und solange sich Russland weigert, Reparationszahlungen zu leisten, haben wir alles dafür zu tun, dass eingefrorene russische Vermögenswerte dafür auch verwendet werden, dass die Ukraine wieder aufgebaut werden kann. Und eine letzte Botschaft an all jene, auch hier im Haus, aber auch außerhalb des Hauses, die das Ende der Europäischen Union kommen sehen und Zweifel haben an der Zukunft der Europäischen Union: Nein, wir sind keine zerfallende Gruppe von Nationen, geführt von schwachen Menschen. Die Europäische Union ist das Gegenteil, und wir werden unter Beweis stellen, dass diese Europäische Union auch in Zukunft wachsen wird. Wir werden eine Erweiterung schaffen, und wir müssen auch alles tun, um eine Vertiefung der Europäischen Union voranzutreiben. Das dürfen wir bei all den großen Problemen nicht aus den Augen lassen. Die Zukunft von uns allen, die wir hier sitzen, ist die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union. Und da gibt es keine Alternative.
Jüngste Entwicklungen in Palästina und im Libanon (Aussprache)
Mr President, dear Commissioner, dear colleagues, over the past months, we have seen a fragile ceasefire between Israel and Hamas take hold. In the Gaza Strip, a lasting peace is still a long way off. We must recognise that Israel has the right and the duty to protect its citizens from terrorism. This right remains non-negotiable. At the same time, we know that security for Israel can only be achieved in the long term if the people of Gaza also have prospects for peace and a life without fear. The situation is very complicated, and we have to see the difficult situation in Lebanon. Although a formal ceasefire exists between Israel and Hezbollah, tensions along the southern border remain high, also, because of the weakness of the government in Lebanon. Israelis and Palestinians, like all the people throughout the Middle East, deserve a future defined by dialogue and a two-state solution. Only in this way, we can create a secure and sustainable future for all people in this region.
Beziehungen zwischen der EU und Saudi-Arabien (kurze Darstellung)
Herr Präsident, ich danke Ihnen, Berichterstatter, für Ihren Bericht. Der Bericht zeigt, dass das Königreich Saudi-Arabien ein wichtiger Partner der Europäischen Union in Bezug auf die Wirtschaftsbeziehungen und ein zentraler Akteur für die regionale Stabilität ist. Das Land befindet sich, wie Sie bereits erwähnt haben, in einem tiefgreifenden Wandel. Als Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zur Arabischen Halbinsel habe ich die Gelegenheit, die sich entwickelnde Dynamik der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und der Golfregion aus erster Hand zu erleben. In diesem Bericht wird anerkannt, dass sich die bilateralen Beziehungen zu einer strategischen Partnerschaft entwickeln sollten, die Themen wie Handel, nachhaltige Energie, zwischenmenschlicher Austausch usw. umfasst. Aber wir müssen auch die Bedenken sehen, und ich muss 338 Hinrichtungen im Jahr 2024 und 340 bereits in diesem Jahr erwähnen. Das ist eine negative Entwicklung. Wenn wir also eine starke Beziehung aufbauen wollen, die viele Vorteile für die europäischen und saudischen Bürger haben wird, müssen wir in gegenseitigem Respekt handeln und wir müssen auch die Probleme sehen.
Tötungen nach den Wahlen in Tansania und die sich verschlechternde Menschenrechtslage in dem Land, einschließlich des Falls des inhaftierten Oppositionsführers Tundu Lissu
Mr President, dear colleagues, the absolutely rigged elections in Tanzania, the rapidly deteriorating human rights situation and the life‑threatening case of Tundu Lissu demand our united voice. After the 29 October elections, the country experienced widespread protests, and the state's response was extremely brutal. Amnesty International documented over 100 deaths during the security force crackdown. Hundreds were arrested and dozens now face treason charges: a clear sign of how far democratic space has narrowed. Tundu Lissu, a long‑time defender of democracy and chairman of the Chadema party, was arrested six months before the elections and charged with high treason, a crime that still carries the death penalty under Tanzanian law. His case is emblematic of a broader pattern: intimidation of the opposition, media restriction and enforced disappearances. The EU has to stop its substantial financial support to Tanzania. Such cooperation must be firmly tied to progress on the rule of law, fundamental freedoms and accountability. Europe must monitor the situation closely, speak with clarity and act with consistency.
Umsetzung des Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (Aussprache)
Madam President, dear colleagues, we must work towards the closest possible constructive, pragmatic and forward-looking relationship between the EU and the UK. EU Member States and the UK are bound by security, economic, trade, political and social ties. That is why the EU-UK Trade and Cooperation Agreement remains so important. The TCA offers preferential terms, like zero tariffs, for Austria and for the whole European Union. This agreement is not simply about commerce; it's about preserving prosperity and sustainable stability in times of global uncertainty. The UK remains a close neighbour, a valuable friend and a strong partner to protect our security and our shared values. Two weeks ago in London I met Members of the House of Commons and the House of Lords and a long-serving former Minister of European Affairs. All of them were strongly in favour of close cooperation with the EU.
Die politische Lage in Myanmar, einschließlich der humanitären Krise der Rohingya (Aussprache)
Madam President, colleagues, the situation in Myanmar causes immeasurable suffering for civilians and especially for the Rohingya people. Since the beginning of the conflict, 3.2 million people have been displaced – 1.8 million of them since 2023. And the situation is getting worse. The junta is now deliberately terrorising civilians; hospitals, schools and churches have been bombed; and leaving the country is severely restricted and was made even more difficult by the introduction of biometric data surveillance in May 2025. The rule of law has collapsed in large parts of the country. And the situation is also affected badly by natural disasters such as the floods following the prolonged monsoon in September 2025. After the floods, the junta systematically blocked the delivery of aid supplies as a form of collective punishment. So what do we have to do? First of all, the restoration of the rule of law – martial law is currently in force in at least 65 cities. Secondly, the immediate securing of the delivery of relief supplies to affected regions. And thirdly, clarification of the role of the third countries that are indirectly involved in the conflict. It is time to act.
Eskalation des Krieges und der humanitären Katastrophe in Sudan (Fortsetzung der Aussprache)
Madam President, all colleagues mentioned that Sudan is facing a dire humanitarian crisis, with over 25 million people suffering acute food insecurity. Millions are displaced and there is widespread violation of human rights. The conflict has devastated civilian infrastructure, including hospitals, and intensified violence. And we have to stop these atrocities and killings. Therefore, I think the European Union must back the ongoing peacemaking initiative led by the Quad – the United States, Saudi Arabia, the UAE and Egypt – as these efforts offer the best pathway, how I see it, towards ending the devastating conflict in Sudan. The EU's support is essential, and all parties should respect the proposed ceasefire and engage sincerely in a political dialogue. It is necessary to start this dialogue.
Wirksame Nutzung der Handels- und Industriepolitik der EU angesichts Chinas Ausfuhrbeschränkungen (Aussprache)
Madam President, dear colleagues, one year ago Mario Draghi delivered a strong message: securing critical raw materials will mean diversifying away from countries that were the cheapest suppliers in the world of yesterday. Today, this challenge is more urgent than ever. Over 80 % of the largest European companies depend directly on China's rare earth producers according to the European Central Bank. China is now turning this monopoly into economic leverage by introducing new export controls that require licenses and the disclosure of sensitive business data, measures that violate World Trade Organisation law and pose a direct threat to our supply chains. Not acting only gives China more leverage and deepens our vulnerability. We must therefore respond with urgency. It is necessary and I think it is an emergency and here we have to act.
30. Jahrestag des Barcelona-Prozesses und der Pakt für den Mittelmeerraum (Aussprache)
Madam President, dear Commissioner, dear colleagues, the pact for the Mediterranean reminds us that the region strongly affects Europe's security and economy and our stability as a Union. But there are many challenges in the region. Libya still faces a fragmented political landscape, with competing authorities and a lack of progress on national reconciliation. In Syria, the overall humanitarian situation – and especially the situation of minorities – remains dire. The civil war may no longer dominate our headlines, but the future of the country is still troublingly unclear. Lebanon has been enduring an unprecedented economic collapse and the trust in governance has eroded. At the same time, Hezbollah remains active. In Palestine, after 7 October, it has become worse. The pact for the Mediterranean must reinvigorate our commitment to partnership, reform and stability. Yes, it is a long way for many countries, but we have to work closely also with our partners from the Gulf region. I think finding stable solutions – especially in Palestine and Lebanon – needs us also to have the Gulf countries as our partners. Let us seize this moment to strengthen cooperation and ensure that all Mediterranean countries have the chance to become an area of peace and stability.
Schlussfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates vom 23. Oktober 2025 (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Gut, dass die Migrationspolitik in den Ratsschlussfolgerungen so klar angesprochen wird. Der Kurs ist jetzt klar festgelegt – externe Partnerschaften werden gestärkt, irreguläre Migration massiv bekämpft, Rückführungen intensiviert und die Schlepperkriminalität auch wirkungsvoll bekämpft. Noch sind wir nicht am Ziel, aber der Weg stimmt. Das zeigen schon die letzten Jahre. Nach Jahren, wo sicherlich einiges verabsäumt worden ist, sind die Zahlen jetzt deutlich zurückgehend: auf Europaebene von 2023 zum letzten Jahr hin um mehr als 140 000. Auch bei uns in Österreich – Österreich ist von der Migration und der illegalen Migration in den letzten Jahren massiv betroffen gewesen – ist die Zahl von 60 000 im Jahr 2023 bis Oktober auf 13 000 zurückgegangen. Bis Jahresende werden es keine 20 000 an Anträgen sein, was nicht einmal ein Drittel ist von 2023. Jetzt gilt es, den Migrationspakt rasch umzusetzen und auch die Rückführungsrichtlinie zu verabschieden. Da braucht der zuständige Kommissar Magnus Brunner die Unterstützung des Europaparlaments, denn eine gemeinsame Migrationspolitik, eine erfolgreiche gemeinsame Migrationspolitik, ist eine Kernaufgabe der Europäischen Union.
Maßnahmen gegen die länderübergreifende Unterdrückung von Menschenrechtsverteidigern (kurze Darstellung)
Herr Präsident, ich ergreife das Wort, weil wir Menschenrechtsverteidigern hier in unserem Parlament eine Stimme geben müssen. Vor drei Jahren traf ich eine Gruppe iranischer Frauen, die in Österreich gegen das Mullah-Regime protestierten. Nach ihrem Aktivismus sahen sie sich Einschüchterungstaktiken gegenüber, einschließlich der Tatsache, dass sie gefilmt und bedroht wurden, um ihre Stimmen zum Schweigen zu bringen. Dies ist eines von vielen Beispielen dafür, wie der Iran seine Bemühungen, Kritiker im Ausland zum Schweigen zu bringen, durch eine Welle von Mordversuchen und koordinierten Belästigungskampagnen verstärkt hat – nicht nur in Österreich, sondern auch im Vereinigten Königreich, in Schweden, Deutschland und den Niederlanden. Und Russland richtet sich gegen im Exil lebende Journalisten und Aktivisten im Ausland durch Einschüchterung, digitale Überwachung und Belästigung. Was ich sagen möchte, ist, dass es unsere Pflicht ist, für diejenigen einzustehen, die alles riskieren, um die Wahrheit zu sagen. Das ist unsere Pflicht.
Mutmaßliche Spionagetätigkeiten der ungarischen Regierung in den EU-Institutionen (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, Berichte über ausländische Spionage sind leider nichts Neues, aber Spionage, die von einem Mitgliedstaat der Europäischen Union kontaktiert wird und sich gegen seine eigenen Institutionen richtet, denen er angehört – das ist alarmierend. Sie bildet die Grundlage für Vertrauen und Zusammenarbeit, die die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten und innerhalb unserer Institutionen untermauern müssen. Diese Enthüllungen kommen zu einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen der EU und Ungarn bereits fragil sind – wir wissen es, angespannt durch die Besorgnis über Gegenreaktionen und Rückschritte bei der Rechtsstaatlichkeit und die Nähe der ungarischen Führung zu Russland. Wenn die Vorwürfe überprüft werden, würde dies einen weiteren erheblichen Vertrauensbruch eines Mitgliedstaats gegenüber der Europäischen Union darstellen, und das europäische Projekt beruht ausschließlich auf Vertrauen und gemeinsamen demokratischen Werten. Es darf keiner Regierung in unserer Union gestattet werden, die europäischen Institutionen in Instrumente inländischer oder ausländischer Agenden umzuwandeln, was offensichtlich von Ungarn getan wird. Wir müssen daher entschlossen handeln, um unsere Demokratie zu schützen und sie nicht nur vor äußeren Bedrohungen, sondern auch vor solchen, die innerhalb der Europäischen Union entstehen, zu verteidigen. Und diese Frage ist eine Frage: Welche Rolle spielte Kommissar Várhelyi, als er hier als Botschafter Ungarns diente? Das ist eine offene Frage.
Lage in Belarus fünf Jahre nach der manipulierten Präsidentschaftswahl (Aussprache)
Frau Präsidentin, vor fünf Jahren stand das belarussische Volk mit außerordentlichem Mut gegen die gestohlenen Wahlen auf. Sie forderten Demokratie und wurden mit Brutalität konfrontiert. Seitdem haben Lukaschenka und sein Regime systematisch das Fundament der Demokratie zerstört, mehr als 1 400 politische Aktivisten inhaftiert, unabhängige Medien zum Schweigen gebracht und Repression in ein Instrument staatlicher Kontrolle verwandelt. Lassen Sie uns klarstellen: Dieses Regime unterdrückt nicht nur seine eigenen Bürger. Es ist ein aktiver Komplize des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Und die kürzliche Freilassung von Siarhei Tsikhanouski nach fünf Jahren ungerechter Inhaftierung ist natürlich ein seltener Moment der Hoffnung. Es ist ein Beweis dafür, dass internationaler Druck und europäische Solidaritätsarbeit notwendig sind. Wir müssen diese Bemühungen fortsetzen.
Vorbereitung der Tagung des Europäischen Rates vom 23. Oktober 2025 (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Europäische Rat muss diese Woche Einigkeit zeigen. Für mich ist das das Wichtigste. Europa kann sich keine Unentschlossenheit leisten; Wir brauchen entschlossenes Handeln. Erstens, die Ukraine: Unsere Unterstützung muss politisch, finanziell und auch durch den Wiederaufbau fortgesetzt werden. Europa muss hier geeint bleiben, um der Ukraine zu helfen, und wir müssen alles tun, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu gewährleisten. Und das kann, wie ich es sehe, nur zu den Bedingungen der Ukraine erreicht werden. Zweitens Sicherheit und Resilienz: Europa muss seine Bürgerinnen und Bürger besser schützen, indem es kritische Infrastrukturen schützt und hybriden Bedrohungen entgegenwirkt. Drittens, der Nahe Osten: Die Europäische Union muss hier eine Rolle spielen. Wir müssen eine Rolle in der Diplomatie, Politik und Wirtschaft spielen. Wir müssen hier arbeiten und weiter an einer Zwei-Staaten-Lösung arbeiten. Zu guter Letzt Migration: Österreich unterstützt eine ausgewogene Umsetzung des neuen Migrations- und Asylpakts mit starken Grenzen, wirksamen Rückführungen und vertieften Partnerschaften mit Herkunfts- und Transitländern. Daher muss dieser Europäische Rat eine klare Botschaft aussenden: Europa liefert mit Einigkeit.
Polarisierung und zunehmende Repression in Serbien ein Jahr nach der Tragödie von Novi Sad (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, es liegt in den Händen von Präsident Vučić, Serbien nach Europa zu bringen. Ihr Nachbar Montenegro weist den Weg oder geht – wie Georgien – in die entgegengesetzte Richtung. Die Zukunft Serbiens in Europa bleibt natürlich offen, aber sie hängt von der Achtung unserer gemeinsamen Werte ab. Das bedeutet eine unabhängige Justiz, freie Medien und politischen Pluralismus. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Außen- und Sicherheitspolitik, auch gegenüber Russland, viel enger an die Europäische Union angeglichen wird. Wir wollen natürlich, dass Serbien erfolgreich ist, aber das erfordert entschlossene Reformen, die Ablehnung nationalistischer Narrative von politischen Führern sowie allen Teilen der Zivilgesellschaft, und wir haben es auch durch die Demonstranten gesehen. Serbien hat natürlich in bestimmten Bereichen Fortschritte erzielt, darunter Wirtschaftswachstum, regionale Infrastruktur, Konnektivität und Zusammenarbeit mit der EU in den Bereichen Migrationsmanagement und Energiesicherheit. Aber es gibt viele andere Bereiche, in denen es keinen Fortschritt gibt, überhaupt nicht. Unser langjähriges Engagement für die europäische Perspektive Serbiens ist von wesentlicher Bedeutung und hängt immer von der uneingeschränkten Achtung der Rechtsstaatlichkeit und der Grundrechte ab. Serbien braucht einen demokratischen Dialog, eine De‑eskalation und eine inklusive politische Partizipation. Es ist die Entscheidung Serbiens, ob es wieder auf die europäische Spur kommt.
Jüngstes Friedensabkommen im Nahen Osten und die Rolle der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, in diesem Moment gibt es eine Chance für den Frieden im Nahen Osten, aber nicht mehr. Dank Präsident Trump gibt es mit einem Waffenstillstands- und Geiselaustauschabkommen sowie Verpflichtungen zum humanitären Zugang und Wiederaufbau in Gaza eine erhebliche Dynamik. Gleichzeitig ist die Situation nach wie vor äußerst fragil. Verstöße gegen den Waffenstillstand sind bereits aufgetreten, und die Kernfragen – die vollständige Abrüstung der Hamas, die langfristige Verwaltung des Gazastreifens und eine glaubwürdige Zweistaatenlösung – sind nach wie vor ungelöst. Die EU muss entschlossen bleiben – am dringendsten für die vollständige Abrüstung der Terrororganisation Hamas und das Ende ihrer Herrschaft über Gaza. Wir müssen auch weiterhin auf eine Zwei-Staaten-Lösung hinarbeiten, die für einen lebensfähigen palästinensischen Staat neben einem sicheren Israel notwendig ist. In allen Bereichen müssen wir mit der arabischen Welt zusammenarbeiten. Eine dauerhafte Lösung ist nur mit ihrer Unterstützung möglich. Die Abraham-Vereinbarungen weisen den Weg.
Humanitäre und sicherheitspolitische Lage in Haiti, insbesondere die zunehmende Macht krimineller Banden und das jüngste Massaker in Cabaret
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, am 11. September, nicht vor einem Monat, hat die Bandenkoalition Viv Ansanm in der haitianischen Stadt Cabaret ein brutales Massaker an über 40 unschuldigen Menschen verübt, darunter Kinder, ältere Menschen und ganze Familien. Dies ist kein Einzelfall – in den letzten drei Jahren haben 16 000 Menschen ihr Leben verloren, und mehr als 1,3 Millionen Menschen sind vertrieben worden. Die Hälfte der Bevölkerung Haitis ist mit akuter Ernährungsunsicherheit konfrontiert. Krankenhäuser, Schulen und Gerichte sind unter Bandenherrschaft zusammengebrochen. Sexuelle Gewalt ist systematisch geworden. Was wir erleben, ist die Erosion des Gesetzes und der Menschheit selbst. Haitis Leiden ist eine humanitäre Katastrophe und eine moralische Prüfung für die gesamte internationale Gemeinschaft. Europa kann kein Zuschauer bleiben. Wir müssen entschlossen handeln, auf unseren Werten beruhen und uns von Verantwortung leiten lassen. Erstens müssen wir Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht wiederherstellen. Gangs handeln, weil Straflosigkeit herrscht. Die Europäische Union sollte dazu beitragen, die Justizkapazitäten Haitis wiederherzustellen und Richter, Ermittler und Staatsanwälte auszubilden. Und wir müssen die Untersuchung dieser Massaker und Korruption unterstützen. Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Stabilität. Zweitens müssen wir die humanitäre Hilfe intensivieren. Der Plan der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe ist nach wie vor stark unterfinanziert. Europa sollte stärker werden: Nahrungsmittelhilfe, Gesundheitsversorgung und Schutz der Bedürftigsten; Gewährleistung von Transparenz, Überwachung und sicherem Zugang für humanitäre Helfer. Drittens müssen wir dazu beitragen, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen. Die vom Sicherheitsrat genehmigte, von den Vereinten Nationen beauftragte Gang Suppression Force muss angemessen besetzt, ausgerüstet und finanziert werden. Die Europäische Union sollte diese Bemühungen politisch und technisch unterstützen. Und so, zu einem Schluss kommend, denke ich, dass dieses Massaker im Kabarett als Wendepunkt dienen muss. Mit der Annahme dieser Entschließung sendet unser Parlament eine geeinte und klare Botschaft: Europa steht zu den Menschen in Haiti, setzt sich gegen den Terror ein und setzt sich für Sicherheit, Gerechtigkeit und die Wiederherstellung der Menschenwürde ein.
EU-Strategie hinsichtlich der nuklearen Bedrohung durch Iran und Umsetzung der EU-Sanktionen auf der Grundlage des „Snapback“-Mechanismus (Aussprache)
Frau Präsidentin, der Iran hat jede rote Linie überschritten, indem er Uran auf ein Waffenniveau von 90 % angereichert und sein Programm für ballistische Flugkörper unter eklatantem Verstoß gegen die Resolution 2231 des VN-Sicherheitsrates vorangetrieben hat. Der Iran sendet keine Signale, dass er für eine Deeskalation ist. Es tut das Gegenteil. Sie eskaliert eine ernste Bedrohung. Hier ist es absolut der richtige Weg – die vollständige Wiedereinführung von UN-Sanktionen. Und ich denke, die Europäische Union muss noch weiter gehen. Jetzt muss die EU Einigkeit demonstrieren, und ich bin mir absolut sicher, dass es nicht um die Nichtverbreitung geht. Nein, es ist ein Test für Europas strategische Glaubwürdigkeit und unser Engagement für die regelbasierte internationale Ordnung.
Politische Strategie der EU zu Lateinamerika (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, Lateinamerika ist ein wichtiger Partner in vielen Bereichen wie Handel, natürliche Ressourcen, Bekämpfung der organisierten Kriminalität oder Bekämpfung des Klimawandels. Wir teilen auch eine große gemeinsame Kultur, Geschichte, Religion, Werte und starke persönliche Beziehungen, wie in Spanien oder Portugal, und die Mercosur-Länder sind bereits unser größter Exportmarkt – noch größer als die USA und China. Doch die Aufmerksamkeit Europas hat sich anderswohin verlagert und strategischen Raum für China oder Russland gelassen. Wir stehen vor einem zunehmend umkämpften internationalen Umfeld, und wenn die Europäische Union die regelbasierte Weltordnung weiter gestalten will, müssen wir proaktiv handeln. Daher hoffe ich, dass der bevorstehende EU-CELAC-Gipfel im November 2025 eine wichtige Gelegenheit sein wird, einen neuen Fahrplan auf den Weg zu bringen.
Neue Strategische Agenda EU-Indien (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, Indien ist mit einem BIP-Wachstum von mehr als 7 % in der ersten Jahreshälfte eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften der Welt. Ihre demografische Stärke, die steigenden technologischen Fähigkeiten und auch ihre große Wirtschaft zeigen, wie wichtig dieses Land ist. Für die EU kann eine neue strategische Agenda mit Indien Chancen für Handel und Investitionen bieten. Mit dem zunehmenden globalen Einfluss Indiens steigt auch seine Verantwortung für Stabilität, Frieden und die Achtung einer regelbasierten Weltordnung. Und hier muss Indien zeigen, dass Indien so läuft, wie wir es bereits getan haben. Sie müssen ihre Energieversorgung von Russland weg diversifizieren. Europa hat diesen schmerzhaften, aber notwendigen Wandel vollzogen, und ich denke, wir müssen ihn mit Indien besprechen, damit sie auch ihre Abhängigkeit von Russland verringern. Indien und die EU sind meiner Meinung nach natürliche Partner. Sie sind Demokratien mit gemeinsamen Interessen und globaler Reichweite.
Lage in Afghanistan: Unterstützung von Frauen und Gemeinden, die von den jüngsten Erdbeben betroffen sind (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir müssen das immense Leid der Menschen in Afghanistan in den Vordergrund stellen. Das verheerende Erdbeben hat eine bereits katastrophale humanitäre Situation verschärft, und natürlich haben die Beschränkungen der Taliban die Hilfslieferungen stark behindert, mit Verboten für Frauen, die arbeiten, Internet-Blackouts, wie bereits erwähnt, und behindernden Verwaltungslasten. Gleichzeitig dürfen wir den breiteren Kontext nicht aus den Augen verlieren. Das Regime, das jetzt Afghanistan kontrolliert, verletzt weiterhin die Menschenrechte und verweigert Frauen ihre Grundfreiheiten. Angesichts dessen muss unsere Antwort wertebasiert bleiben. In den dunklen Stunden kann Europa einerseits zeigen, dass es dem afghanischen Volk zur Seite steht, andererseits müssen wir dieses schreckliche Regime in Afghanistan in gleicher Weise kritisieren.
Was Europa ausmacht – Aussprache mit dem Premierminister von Luxemburg, Luc Frieden (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Premierminister, liebe Kolleginnen und Kollegen! Kleinere und mittlere Staaten in Europa können hier weit mehr leisten, als es ihrer Größe entspricht. Luxemburg ist dafür ein Musterbeispiel. Wirtschaftlich sehr stark, überdurchschnittlich europäisch engagiert – so agiert Luxemburg, und das schon seit Jahrzehnten. Inmitten der Zeitenwende müssen wir jetzt alles tun, um den Wirtschafts‑ und Industriestandort Europa, um unseren Binnenmarkt zu stärken. Nur so können wir die wachsenden Aufgaben auch finanziell bewältigen – ob es um Verteidigungsausgaben geht, ob es darum geht, unser Sozialmodell in Europa finanzieren zu können bei einer alternden Bevölkerung. Luxemburg ist ein Gründerstaat der Europäischen Union. Seither hat es mehrere Erweiterungsschritte gegeben. Der letzte allerdings liegt schon lange zurück: 2013. Wir sollten hier im Westbalkan den nächsten Schritt setzen. Wir brauchen ein Europa, das wächst – nicht nur, was die Mitgliedstaaten betrifft, sondern auch in seiner Stärke und im Zusammenhalt. Und nicht ein Zurück zu den Nationalstaaten, wie es hier wieder fälschlicherweise von Patrioten und Nationalisten eingefordert worden ist.
Der Fall Victoire Ingabire in Ruanda
Herr Präsident, der Fall Victoire Ingabire ist ein Paradebeispiel für die anhaltenden Herausforderungen für die Meinungsfreiheit und die politische Teilhabe in Ruanda. Als Mitglied der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Afrika-EU ist mir bewusst, wie wichtig es ist, die demokratischen Grundsätze und die Menschenrechte in Afrika zu stärken. Die EU hat die Verantwortung, ihre Werte und Standards zu teilen, indem sie nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Menschenrechte und demokratischen Grundsätze in der Zivilgesellschaft in ganz Afrika unterstützt. Wir machen es nächste Woche und beobachten die Wahlen in Malawi. Und wir können nicht akzeptieren, dass die politische Opposition in Ruanda systematisch verfolgt wird. Die wiederholte Inhaftierung von Frau Ingabire trotz klarer Urteile des Afrikanischen Gerichtshofs ist ein alarmierendes Signal. Die Regierung Ruandas muss die politische Verfolgung beenden und die Sicherheit aller politischen Akteure gewährleisten. Victoire Ingabire verdient und braucht unsere Unterstützung.
Lage in Kolumbien nach der jüngsten Welle von Terroranschlägen (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, die schrecklichen Terroranschläge in Kolumbien müssen auf das Schärfste verurteilt werden. Diese Gewalttaten fordern nicht nur unschuldige Menschenleben, sondern stellen auch einen Angriff auf unsere gemeinsamen Werte dar, und hier müssen wir die kolumbianische Regierung im Kampf gegen den Terrorismus unterstützen. Als stellvertretender Vorsitzender des Eurolat-Ausschusses für politische Angelegenheiten, Sicherheit und Menschenrechte betone ich in unserem Austausch mit Politikern aus Lateinamerika immer, dass einerseits demokratische Grundsätze und andererseits unser Kampf gegen Extremismus und Terrorismus im Mittelpunkt unseres politischen Dialogs und unserer gemeinsamen Arbeit stehen müssen. Kolumbien ist also ein wichtiger Partner für die Europäische Union, und wir müssen mehr tun, als nur an einem Handelsabkommen zu arbeiten, das wir 2024 erneuert haben. Kolumbien ist ein strategischer Partner für Entwicklung, Wohlstand und auch bei der Bekämpfung von Kriminalität und organisiertem Terrorismus.