7
Feb
2024
Ansehen
Notwendigkeit der Bekämpfung der Zunahme des Antisemitismus und der Muslimfeindlichkeit (Aussprache)
Präsident, Kommissar, Kollegen. Heute stehen wir vor einer schmerzhaften Realität: einer neuen Welle von Antisemitismus. Berichte über hassmotivierte Vorfälle sind eine erstaunliche Erinnerung daran, dass Geschichtslektionen nicht überall gelernt wurden. Der jüngste Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten hat in mehreren Mitgliedstaaten eine gefährliche Welle antisemitischer Rhetorik und Angriffe ausgelöst. Litauen hat, wie viele europäische Nationen, Narben der Vergangenheit: Einst war ein lebendiger und untrennbarer Teil unserer Gesellschaft – die litauische jüdische Gemeinschaft – während des Zweiten Weltkriegs mit systemischer Gewalt konfrontiert, die im Holocaust gipfelte. Die Ghettos und Massaker sind im kollektiven Gedächtnis Europas als lebendige Erinnerung an die verheerenden Folgen des unkontrollierten Hasses geblieben. Leider ist der Aufstieg des Antisemitismus nicht nur ein historisches Relikt, sondern auch eine Realität in Europa heute. Rhetorik ist nicht genug. Um Antisemitismus zu bekämpfen, müssen wir politische und rechtliche Mittel einsetzen, um Hassverbrechen sowohl online als auch offline zu verfolgen. Dies bedeutet, in Bildungsprogramme zu investieren, die Toleranz und Verständnis fördern, und den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen von Gemeinschaften zu fördern. Wir müssen den künftigen Generationen eine Botschaft senden, dass wir vereint alle Formen des Antisemitismus verurteilen, wie jede andere Form des Hasses. Wir müssen unser Bekenntnis zu den Grundprinzipien Toleranz, Respekt und Gleichheit bekräftigen, auf denen die Europäische Union gegründet wurde.