13
Dez
2022
Ansehen
Umsetzung der neuen europäischen Agenda für Kultur und der Strategie der EU für internationale Kulturbeziehungen (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, die politischen Prioritäten der Europäischen Union im Kulturbereich müssen zunächst darin bestehen, der Kultur die ihr gebührende Zentralität zu verleihen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Tatsache, dass wir diese besondere Debatte haben und dass das, was wir jetzt und nicht auf dem letzten Tagesordnungspunkt haben, wie es oft der Fall ist, wenn wir in diesem Plenarsaal über Kultur sprechen. Kulturpolitisch haben wir viel Arbeit vor uns. Ein Status des Künstlers, der zu den besten Arbeitsbedingungen und Vergütungen für alle Kulturschaffenden beiträgt, hat Priorität. Und so wird ein Kulturmodell gefördert, das anerkennt, dass Frauen, Migranten, rassisierte Menschen, LGTBIQ+ nicht nur Empfänger, sondern auch aktive Kulturschaffende sind. Aber Kulturpolitik muss offen und demokratisch sein, nicht nur in Europa, sondern auch in ihrem externen Projekt. Die Europäische Union kann sich nicht nach einem eurozentrischen oder neokolonialen Modell auf die Welt beziehen, denn Kultur ist genau das Gegenteil: Es geht darum, Brücken zu bauen, Machtbeziehungen zu transformieren und zu kreativen Wegen zur Bewältigung kollektiver Herausforderungen beizutragen.