23
Nov
2021
Ansehen
Gemeinsame Agrarpolitik: Unterstützung der von den Mitgliedstaaten zu erstellenden und durch den EGFL und den ELER zu finanzierenden Strategiepläne - Gemeinsame Agrarpolitik: Finanzierung, Verwaltung und Überwachung - Gemeinsame Agrarpolitik: Änderung der GMO-Verordnung und weiterer Verordnungen (Aussprache)
Herr Präsident, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik sollte systemisch und grün sein. Am Anfang dieses Prozesses habe ich mich wirklich darauf gefreut. Leider bin ich heute, am Ende, ziemlich enttäuscht von diesem Prozess. Öko-Regelungen, Klimaziele, die Förderung der biologischen Vielfalt, die Unterstützung von Kleinbauern oder die Harmonisierung von Zahlungen - all diese mächtigen Instrumente sind letztlich unzureichend und formal geblieben, und vergeblich würden wir nach messbaren und verbindlichen Zielen für sie suchen. Leider unterstützen wir weiterhin weitgehend eine intensive Landwirtschaft, die dem Klima, dem Boden und der biologischen Vielfalt schadet. Großkonzerne und Oligarchen werden weiterhin die meisten Subventionen erhalten, ohne einen Mehrwert für Vielfalt, lokale Produktion oder sogar Transparenz. Die Begrenzung von Subventionen, die etwas gegen dieses unausgewogene System hätten tun können, bleibt ebenfalls freiwillig. Die Grundlagen der Reform wurden vor dem europäischen Grünen Deal gelegt, und leider ist und bleibt die Reform in diesem Rahmen weitgehend so. Es ignoriert und bezieht sich nicht auf Schlüsselstrategien wie die Biodiversitätsstrategie und die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“. Wir leben in einer Klima- und Biodiversitätskrise. Die Reform hatte und hätte die Landwirtschaft in ein System verwandeln können, das nicht die Ursache, sondern die Lösung dieser Krise ist. Leider fehlen die grundlegenden Attribute für dieses Ziel in der Reform.