5
Okt
2021
Ansehen
Die Lage in Belarus ein Jahr nach dem Beginn der Proteste und ihrer gewaltsamen Niederschlagung (Aussprache)
Herr Präsident, vielen Dank. Herr Kommissar, es tut mir leid. Es ist 14 Monate her, seit Lukaschenko die Wahlen manipuliert hat. Eine weitere Debatte findet hier im Europäischen Parlament statt, und wir werden eine weitere Entschließung haben, in der die Europäische Kommission und der Europäische Rat aufgefordert werden, echte Maßnahmen zu ergreifen. Herr Kommissar, es tut mir leid. Auch heute noch gibt es keinen Hohen Vertreter in dieser Debatte. Dies zeigt das Stadium, das wir im Kampf gegen das Lukaschenka-Regime erreicht haben. Es gibt keine wirklichen Sanktionen, keine Geberkonferenzen. Heute gibt es keine Strategie der Europäischen Union für Belarus, für die wir seit Monaten kämpfen, und jeden Tag kommen politische Gefangene in Lukaschenkos Gefängnissen an. Und das ist wirklich ein Bild voll von dem Drama, das wir sowohl in Belarus haben, als auch in Bezug auf die Schwäche der Europäischen Union gegenüber dem Lukaschenka-Regime. Und Lukaschenko gewinnt auch diesen Krieg gegen uns – wie die heutige Debatte zeigt –, wenn es darum geht, unsere Ostgrenze der Europäischen Union zu destabilisieren. Heute freut sich Lukaschenko, dass die polnische Regierung zu einem nützlichen Idioten von Lukaschenko geworden ist – und das muss klar und eindeutig gesagt werden –. Menschen sterben an der polnischen Grenze, an der polnischen Grenze sind diese armen Einwanderer in die Falle des Lukaschenko-Regimes geraten, sie werden in beide Richtungen gedrängt. Aus diesem Grund, Herr Kommissar, haben Sie soeben gesagt, dass Ihre Beamten nächste Woche, in den kommenden Tagen, nach Polen reisen werden. Nehmen Sie Anwälte, Nichtregierungsorganisationen, die Medien, um volle Transparenz darüber zu haben, was an der polnischen Grenze passiert. Das haben wir heute nicht. Ich bitte Sie, im Namen von Millionen polnischer Frauen und Polen, die die Menschenrechte und die Demokratie respektieren, dass wir die ganze Wahrheit über das erfahren, was an der polnisch-belarussischen Grenze passiert, weil wir leider nicht in der Lage sind, es aus den Lippen der polnischen Regierung herauszufinden.