21
Okt
2021
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Ergebnisse des Westbalkan-Gipfels (Aussprache)
Als glühender Befürworter der Erweiterung müssen wir jedoch zugeben, dass wir eigentlich keine einheitliche Vision der Erweiterung in der Europäischen Union haben. Einerseits haben wir einen Teil der Mitgliedstaaten, der die Erweiterung nicht unterstützt oder aus internen politischen Gründen Vorbehalte dagegen hat, die auch auf die Nichteinhaltung der Rechtsstaatlichkeit der Mitgliedstaaten sowie auf den Missbrauch der Migrationsfrage zurückzuführen sind. Auf der anderen Seite ist es ein Teil der Mitglieder, der Probleme mit der Rechtsstaatlichkeit hat und die Erweiterung als Geisel oder als Druckmittel nutzt und die Kluft oder Spaltung innerhalb der Europäischen Union vertieft. Dann gibt es die Führer des Westbalkans, die, wenn nötig, die Erweiterung für interne politische Bedürfnisse nutzen, entweder um Reformen auf der einen Seite zu verzögern oder um dies zu nutzen, um ihre politische Macht zu konsolidieren, wenn sie es natürlich mögen. Wenn sie es nicht mögen, sind sie natürlich wieder gegen die Expansion selbst. Aber es gibt auch Menschen – die Menschen in der EU und die Menschen im westlichen Balkan. Einerseits verlieren die Menschen in der EU aufgrund von Debatten über die Rechtsstaatlichkeit oder vor allem aufgrund der Nichteinhaltung der Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit in einem Teil der Europäischen Union das Vertrauen in die EU selbst. Andererseits gibt es Menschen in der Region, die aufgrund aller Entwicklungen oder vor allem der unkritischen Haltung der Europäischen Kommission gegenüber den Ereignissen in der Region selbst langsam das Vertrauen in die Europäische Union verlieren. Deshalb ist jetzt vielleicht die Zeit für eine Erklärung und auch für politische Entscheidungen, nicht in diesem Haus, sondern vor allem im Rat der EU, der uns allen, denen in der EU wie auf dem Westbalkan, zumindest ein Stück reinen Weins geben und erklären wird, was die Zukunft des sogenannten Erweiterungsprozesses eigentlich ist.