21
Jan
2025
Ansehen
Lage in Venezuela nach der widerrechtlichen Machtergreifung am 10. Januar 2025 (Aussprache)
Herr Präsident, am 28. Juli stimmte das venezolanische Volk massenhaft für Edmundo González Urrutia als ihren legitimen Präsidenten, in der Hoffnung, Maduros Tyrannei ein für alle Mal zu beenden. Derzeit lässt die Lage in Venezuela keinen Raum für Zweifel hinsichtlich des weiteren Vorgehens in der Europäischen Union: Wir haben einen demokratisch gewählten Präsidenten und einen Tyrannen, der einen Putsch inszeniert hat, um sich an der Macht zu verewigen. Wie ist es angesichts einer so klaren Situation möglich, dass der Hohe Vertreter der Union und alle Mitgliedstaaten Edmundo González nicht sofort und einstimmig als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas anerkannt haben? Der Co-Religionist einiger Abgeordneter, Herr Monedero, hat im größten Folterzentrum Amerikas, dem unheimlichen El Helicoide, in Caracas eine Rede über den Humanismus gehalten. Gibt es eine größere Abscheulichkeit? Die Linke lässt demokratische Werte beiseite, wenn es darum geht, Diktatoren ihrer Ideologie zu verteidigen, sei es aus Venezuela, Kuba, Nicaragua oder einem anderen Feind der Freiheit wie Russland oder dem Iran. Wie viele Tote noch? Wie viele Vergeltungsmaßnahmen gibt es noch? Wie viele politische Gefangene und Exilanten – sieben Millionen von uns sind bereits im Exil – braucht dieses Parlament, um den rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas anzuerkennen? Wie kann die Europäische Union Äquidistanz spielen und gleichzeitig Brüste aus ihren eigenen Prinzipien ziehen?