Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (27)
Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow (Vereinigtes Königreich) (COP 26) (Fortsetzung der Aussprache)
Herr Präsident! In der EU arbeiten wir sehr ambitioniert, um mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu haben. Der Vergleich mit dem Rest der Welt zeigt, dass wir weit fortgeschritten sind: Während in der Landwirtschaft hier in Europa etwa 10 % der Treibhausgasemissionen gemacht werden, sind es global knapp 20 %. Gleichzeitig erwarten wir aber bis 2050 ein globales Bevölkerungswachstum von jetzt sieben auf zehn Milliarden, die alle ein Recht auf ausreichende Ernährung haben. Das Pariser Klimaschutzübereinkommen hält fest, dass Klimaschutz die Lebensmittelproduktion nicht gefährden darf. Wir sollten uns das sehr zu Herzen nehmen und die Landwirtschaft stärker in den Fokus der Klimadiplomatie nehmen. Wir Europäer müssen einen stärkeren Beitrag für eine moderne und effiziente Landwirtschaft – gerade in den ärmeren Ländern – leisten. Gleichzeitig sind wir aber auch in der Pflicht, unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe zu erhalten, statt die Lebensmittelproduktion in Drittstaaten zu verlagern. Sonst leisten wir dem Klimaschutz nämlich einen Bärendienst.
Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Lebensmittelproduktion, Klimaschutz und den Schutz der Umwelt auf einen Nenner zu bringen, ist eine komplexe Herausforderung. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, kommen wir nicht darum herum, Zielkonflikte zwischen den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit anzuerkennen und zu managen. Diese Zielkonflikte sind unbequem und wurden bisher immer ausgeblendet. Um dafür aber umsetzbare Lösungen zu finden, brauchen wir einen breiten und offenen Dialog. Die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ ist dafür ein guter Startpunkt, und ich denke, mit dem vorliegenden Bericht haben wir einen breit getragenen Kompromiss gefunden, der die Gesprächs- und die Kompromissbereitschaft des Parlaments belegt. Ich bin mir sicher, dass wir darauf aufbauend gute Fortschritte bei den angekündigten Initiativen machen können. Zwei Punkte möchte ich dafür noch einmal besonders betonen. Erstens: Landwirte sind Teil der Lösung – nicht Verursacher des Problems. Sie wollen ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion leisten. Die an sie gestellten gesellschaftlichen Erwartungen müssen aber auch realistisch umsetzbar sein. Zweitens: Dazu gehört untrennbar, dass sich mehr Nachhaltigkeit für die Landwirte in der Breite als Geschäftsmodell auch lohnen muss. Die Landwirte müssen mit ihrer Hände Arbeit auch Geld verdienen und leben können. Davon hängt auch die wirtschaftliche Zukunft unserer ländlichen Regionen in Europa ab. Wir sind in der Pflicht, glaubwürdige Lösungen anzubieten. Versorgungssicherheit in der EU ist keine Selbstverständlichkeit, und diese Strategie wird die Grundlage dafür legen.