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Die Lage im Libanon (Aussprache)
Die politische und humanitäre Lage im Libanon hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Das Land steht vor der Herausforderung von 1,5 Millionen syrischen Flüchtlingen, Nahrungsmittelknappheit, Wirtschaftskrise und politischer Instabilität zugleich. Die Umstände der Explosion in Beirut vor einem Jahr bleiben unklar, ohne Rechenschaftspflicht für die Verantwortlichen, was zu erheblichen sozialen Spannungen führt. Wie der maronitische Patriarch al-Raï betonte: Die Korruption hat das Land in die gegenwärtige Krise gestürzt. Wir müssen den Libanon dabei unterstützen, dies zu überwinden. Nach dem Bürgerkrieg im Libanon konnten Muslime und Christen ihre Konflikte untereinander beilegen. Heute stehen wir vor einer radikal veränderten Situation. Wir müssen bedenken, dass der Libanon das Zentrum des Wirtschafts- und Bankensektors im Nahen Osten ist, so dass die derzeitige Krise zu einer regionalen Krise mit unvorhersehbaren Folgen werden könnte. In dem derzeit unsicheren politischen Klima laufen Extremisten Gefahr, einen Nährboden zu finden. Dies muss mit allen Mitteln verhindert werden. Die EU hat ein grundlegendes Interesse und eine historische Verantwortung, sich für Libanon einzusetzen. Für die Menschen im Land ist es von entscheidender Bedeutung, dass die EU-Mittel auch nach dem Ende des Madad-Fonds weiterhin bedürftige Gemeinschaften wirksam und gezielt erreichen. Dies muss bei der Planung der entwicklungspolitischen Hilfe sichergestellt werden.